Beiträge mit dem Schlagwort: Frankreich

Via Alpina – Tag 4: Durchs Künstlerviertel

Künstlerisch entfalten kann man sich am besten in Ruhe und Abgeschiedenheit. Das war wohl vor ein paar Tausend Jahren bei den Bronzezeit-Kreativen auch nicht anders. Auf jeden Fall haben sie damals Zeit gefunden, mindestens 40.000 Felszeichnungen zu ritzen.

Ein paar schaue ich mir an (unter strenger Aufsicht des Museums-, ich meine Nationalpark-Personals). Nicht alle 40.000. Es will auch noch ein schneebedeckter (!) Pass bewältigt werden. Die Südalpen wurden von Frau Holle äußerst reich bedacht letzten Winter.

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Vallée des Merveilles – Tal der Wunder

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Refuge des Merveilles > Baisse de Valmasque > Castérino

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Via Alpina – Tag 3: Angekommen bei Mme. Marmotte und M. Chamois

Es wird ernst: Der Anstieg scheint auch nach Stunden kein Ende zu nehmen. Die Täler sind nun mal tief in den Seealpen. Oben belohnt das Panorama, das einst Kriegszone zwischen Frankreich und Italien war. Es liegt schon mal das eine oder andere übriggebliebene Kanonenrohr hier rum.

Die Optionen für das Tagesziel: Wieder runter ins nächste Tal (Soll der mühevolle Aufstieg umsonst gewesen sein?) oder immer geradeaus weiter ins „Tal der Wunder“ zur nächsten Hütte. Ein Hochtal, also oben bleiben. Na klar! Die Sonne scheint, also lieber weiter und höher als kürzer und runter. Ein blaues Wunder ist am Ende des Tages zwar nicht die Entfernung, aber der plötzlich im dichten, mystischen Nebel eingehüllte Cime de Diable. Nomen est omen, das muss wohl so sein.

Nach 12 Stunden Wanderung beneide ich die vielen Weggefährten um mich herum, die den Pas de Diable rasend schnell und laut pfeifend (Mme. Marmotte) oder leichtfüßig springend (M. Chamois) überqueren und nicht keuchend und schleichend wie ich.

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Hinter dem Pass glitzert ein Bergsee mit dem nächsten um die Wette und kurz danach erlöst mich die „Wunder-Hütte“ von den Strapazen.

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Sospel > Pointe des Trois Communes (Authion) > Pas du Diable > Refuge des Merveilles

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Via Alpina – Tag 2: Boule oder Nicht-Boule

Die Stadt ist völlig ausgestorben. Die Läden sind geschlossen und kaum ein Mensch ist zu sehen. Das liegt weniger an dem gerade niedergehenden Regenschauer und auch nicht an der einsamen Gegend, sondern am Boule-Turnier. Dass der Franzose an sich dieses Spiel gerne und ausdauernd spielt, war mir bewusst, aber dass er das am Nationalfeiertag zusammen mit fast allen seinen Kleinstadtnachbarn sogar im strömenden Regen macht, war mir neu. Der positive Nebeneffekt für mich: Schon wieder ein Exklusiv-Dinner. Ich bin als Nicht-Bouler allein im Restaurant, besser gesagt auf der nur durch einen Büro-Geheim-Weg erreichbaren Flussuferterrasse eines Feinkosthändlers mit angeschlossener Snackbar, und blicke auf die mittelalterliche Pont Vieux von Sospel.

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Entschädigung für diverse Regenschauer heute. Erst recht als kurz darauf die Sonne wiederkommt.

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Peillon > Peille > Sospel

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Via Alpina – Tag 1: Weltmeister am Ende der Welt

Die Wege im Hinterland von Monaco führen in andere Länder. Oder nicht.

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Und wenn die Gegend für Public Viewing zu einsam ist, gibt es Private Viewing auf dem Balkon. Mit Private Dinner aus der Sterne-Küche immerhin. Frankreich eben.

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Erstes Ziel erreicht.

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¡Adios España!

Der letzte Absacker (spanisch: espuela, wie ich bei der Gelegenheit erfahre) ist getrunken, die letzte Tapa gegessen und ich verlasse Spanien mit seinen Stränden, Stieren,

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Schlangen, Städten,

España_Las_Ciudades

Straßenpolizisten, die sogar vom Motorrad runter den Hund anlocken und bezirzen und sich nichts darum scheren, ob man die Straße gerade da überquert, wo das gar nicht erlaubt ist,

Seilbahnen, die (fast) direkt vom Königspalast am Hochhausfenster vorbei zur Achterbahn fahren,

Hochhaus_mit_Seilbahnanschluss

und den Frauen, die uns zu Füßen lagen.

Frau_zu_Füßen

Die Westeuropa-Tour ist damit beendet. Auch von Portugal und Frankreich verabschiede ich mich.

Portugal_und_SeefahrerTour_EiffelWesteuropa

Jetzt ein kurzer Zwischenstopp zuhause für die Compañeros de Viaje nach dem ersten Teil der Reise.

Compañeros_de_viaje

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Straßen der Welt: Folge 16 – Rue de Gergovie

Nochmal ein kurzer Stopp in Paris auf der Durchreise – in Montparnasse, 14. Arrondissement, äußerst angenehme Umgebung – voller Leben, aber weniger touristisch als vieles andere in Paris. Die Straße nennt sich entsprechend nach einem Provinzdorf – und nach einer Schlacht dort.

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Wohin mit dem Gepäck?

Während einer Zugreise gewinnt man viel freie Zeit zum Lesen, Schreiben, Schlafen, Träumen, usw. so lange man sich in diesem Zug befindet, das Gepäck verstaut ist und man sich gemütlich in den Sitz sinken lässt. Die gewonnene Zeit ist an manchen Bahnhöfen nach dem Ausstieg sofort wieder verronnen, wenn man sich auf die Suche nach einer Gepäckaufbewahrung macht, um sich für ein paar Stunden die Stadt anzuschauen.

1. Episode – Biarritz

In ein Hautevolée-Seebad reist man eben nicht mit dem Zug, könnte man meinen. Dementsprechend klein und bescheiden fällt auch deren Bahnhof aus. Und es gibt dort schon gleich nicht so etwas außergewöhnliches wie ein Schließfach oder eine Gepäckaufbewahrung. Die Dame vom Bahnhofscafé weist die Frage nach einer Unterstellmöglichkeit für meinen ca. 20-kg-Roll-Rucksack-Koffer genervt und kategorisch zurück. Das andere Café gegenüber hat Betriebsurlaub. Sonst weit und breit nichts außer ein Bushäuschen und der Fahrplan für den Bus in die Stadt respektive zur Grande Plage. Der nächste Bus fährt erst in 40 Minuten? Ach so, heute ist Feiertag in Frankreich. Das auch noch.

40 Minuten reichen zum Weitersuchen. Eine Kreuzung weiter findet sich ein Gemüseladen, der offen hat und so weit vom Bahnhof weg ist, dass sich der Freundlichkeitsgrad des Personals auf angenehm hohen Niveau befindet. Koffer in die Ecke neben das Kühlregal gestellt, ein Stück Käse aus selbigen für die Wartezeit auf den Bus gekauft, und los geht’s.

2. Episode – Burgos

folgt! (noch schwieriger…..)

Gemüseladen

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Wer hat’s gebaut?

 

Ein Aussichtsturm, ein Belvédère am Meer im Südwesten von Frankreich. Schöner Ausblick auf eine Bucht. Und tatsächlich ein historisches Bauwerk! Von wem? Eigentlich unschwer zu erkennen, wenn man mal genau hinschaut…..

Belvedere

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Hiking: Folge 1 – Bergtour für Einsteiger

Strecke: La Teste (Bahnhof) > Dune de Pilat > Le Mouleau (Bus nach Arcachon), ca. 20 km

Höhenmeter: 110 (höchste Düne Europas)

Fazit: Sand macht Mühen beim Aufstieg. Aber der Abstieg direkt ins kühle Meer lohnt sich.

Dune_de_Pilat  Abkühlung

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Straßen der Welt: Folge 2 – Rue Tanesse

Und schon wird die Straßen-Recherche kompliziert: Die Vermieterin hat keine Ahnung, das Historienbuch über Bordeaux teuer und weit weg, im Internet nichts Konkretes. Ich wurde ja auch kurzfristig umquartiert in diese kleine Gasse, die nicht gerade als Prachtboulevard durchgeht. Belassen wir es einfach mit einer Spekulation: Ein Château Tanesse, also ein Weingut gibt es vor den Toren der Stadt. Das wird wohl den Namen gespendet haben. Klingt plausibel für Bordeaux.

Übrigens: Nicht gerade ein teurer Grand Cru, der aus dem Château Tanesse kommt. Auch das passt dann irgendwie zusammen mit der Straße und auch mit dem Souterrain-Gewölbe, in dem ich verweilen durfte.

Rue Tanesse

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Auf der Post in Bordeaux

Tolles Konzept an sich, dass man schon in der Warteschlange der Postfiliale von einem sehr freundlichen „La Poste“ Mitarbeiter abgeholt wird, der einen je nach Anliegen dann direkt bedient oder zum richtigen Schalter weitergeleitet. Die Wartezeit verkürzt das allerdings nicht unbedingt, weil der freundliche Herr neben der Begrüßung der Wartenden offenbar ein paar Aufgaben zu viel zu bewältigen hat:

  • Bei Bedarf einen Umschlag für eine Expresssendung oder anderes Material holen: Gibt’s nur im Hinterzimmer, da muss man erst mal weit gehen, aufsperren, suchen, usw.
  • Am Schalter bleibt er dann eine Zeitlang hängen, weil er – freundlich wie er ist – seinen Kunden nicht einfach im Stich lässt, sondern zusammen mit dem Kollegen dort zu zweit die volle Aufmerksamkeit dem jeweiligen Klienten schenkt.
  • Drängt sich dann noch ein derangierter, übelriechender, möglicherweise obdachloser Mann an der langen Warteschlange vorbei, dann bleibt Monsieur La Poste immer noch sehr höflich, aber erklärt dem aufdringlichen Herrn nachdrücklich (also mehrfach), dass er heute bereits etwas zu viele „bouteilles d’alcool“ konsumiert habe und deshalb bitte besser die Räumlichkeiten verlassen möchte.

Fazit: Die Wartezeit wird zwar nicht kürzer, aber sie lässt sich unterhaltsamer verbringen, wenn die Post einen so herzigen Monsieur Salutation einstellt. Super für alle, die etwas Zeit mitgebracht haben. Aber die braucht man auf der Post ja sowieso.

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Strandwanderung

Strandwanderung

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Au revoir, Paris! Bonjour, Bordeaux!

Nach der (zumindest von Franzosen) gefühlten Welthauptstadt, nun also in die Welthauptstadt des Weins!

Tour_Eiffel

Place_de_la_Victoire

Die Türme sind zwar kleiner, aber Käse & Wein große Klasse – selbst wenn man selbiges am letzten offenen Jahrmarkt-/Flohmarkt-Stand auf der Place des Quinconces kauft. Der Platz wiederum stellt Paris in den Schatten: Als einer der größten Plätze in Europa könnte man die Place de la Concorde bald zweimal dort ausrollen.

Aber wen interessiert schon der Städtevergleich (außer Pariser und Bordelaisen vielleicht)? Die wichtige Frage ist: Wo gibt’s eine gute Brasserie? Chez Jean am Place du Parlement, sagt die Vermieterin.

Na dann: Santé!

 

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Niveau 3 …

… ist ein Vergehen der 3. Stufe gegen die Regeln der Pariser Métrogesellschaft RATP. Dazu zählt u.a. das Überspringen von Drehkreuzen, das Pinkeln in die U-Bahn, Betteln, Musizieren, Füße auf die Sitze legen sowie sich mit einem Hund an der Leine durch die Zugangssperren hindurch zu bewegen – wie ich bei der ca. zehnten Métro-Fahrt mit Hund lernen musste. Ein Niveau-3-Vergehen kostet entweder 60 Euro sofort oder 90 und mehr, wenn man Personaldaten hinterlässt und später bezahlen möchte.

Interessant auch die Gegenleistung für das auf 60 Euro „erhöhte Beförderungentgelt“: Der gefährliche Delinquent – also der Hund – darf sodann weiterreisen und zwar außerhalb einer Transportbox, die eigentlich zum legalen Transport vorgeschrieben ist, und ohne Maulkorb bis zum gewünschten Bestimmungsort, bei Bedarf auch gerne mit Umsteigen. Das „Niveau 3“ Ticket berechtigt den bei der Kontrolle überführten Vierbeiner einmalig zu diesem komfortablen Transport durch den Pariser Untergrund. So groß kann die Gefahr, die die Métro-Regelaufsteller beim Verabschieden dieses Paragrafen gewittert haben, also dann auch wieder nicht sein. Vielleicht ein Ansatzpunkt für eine erfolgreiche Klage? Kennt jemand einen auf das Transportwesen spezialisierten Anwalt?

MetroNiveau_3Teure_Fahrt

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Straßen der Welt: Folge 1 – Rue Dupuytren

Der Weg ist das Ziel dieser Reise. Die Straßen, in denen ich zu Gast bin, bekommen daher auch ihre besondere Aufmerksamkeit. Beim ersten Stopp in Paris war das Quartier ein winziges Häuschen in einem Innenhof in der Nähe der Universtiät, in der Rue Dupuytren.

Rue_Dupuytren

Monsieur Dupuytren, nachdem die nur gut 100 Meter lange Straße gleich seitlich vom Bd St. Germain benannt ist, war seinerzeit hier Chirurg. So manches an der Uni sieht bekanntlich noch so aus als wäre nach seinem Tod 1835 nichts mehr daran gemacht worden.

Die Dupuytren-Kontraktur ist übrigens eine etwas mysteriöse, weil nicht erklärbare, nach ihm benannte Krankheit, bei der sich einige Finger (meistens der kleine und der Ringfinger) zur Handfläche hin ziehen. Das kommt besonders bei Leuten mit Leberzirrhose oder auch bei Kletterern häufiger vor. Margaret Thatcher, Samuel Beckett und Ronald Reagan litten darunter. Wie es um deren Leber bzw. Sportklettererfahrungen stand, konnte leider nicht in Erfahrung gebracht werden.

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Der Beweis: Tomatensaft wird doch nicht nur im Flugzeug getrunken, …

… sondern auch mitten in Paris am Pl. Edmond Rostand von Künstlern (oder Menschen, die so ähnlich aussehen) und die auf dem Weg zum Café Selbstgespräche führen – vermutlich aufgrund von Tomatensaftentzug.

Tomatensaft

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Erkenntnisse aus den ersten Tagen in Paris

  • Die Hunde von Clochards sind wesentlich entspannter als die kleinen keifenden Fifis der Grandes Dames.
  • Rosenheimer Filmteams kann man auch in Pariser Hinterhöfen treffen, wenn sie dort gerade ein Rap-Video drehen. Macht halt doch mehr her als, sagen wir, Bad Aibling, oder? (https://www.facebook.com/officialchrisbalan)
  • Für eine altehrwürdige Eliteuniversität sieht die Sorbonne, genauer gesagt die medizinische Fakultät, an manchen Ecken ganz schön vergammelt aus. Andererseits passt der morbide Charme auch wieder zu der Vorstellung, dass ganz versteckt hinter solchen Gemäuern die angehenden französischen Chirurgen an ihren Leichen schnippeln.

Academie_de_Chirurgie

 

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